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Thema: Trauriger Abschied vom Rummelplatz

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    Kostenexplosion
    Trauriger Abschied vom Rummelplatz




    Für Schausteller mit spektakulären Fahrgeschäften wird die Luft auf deutschen Volksfesten immer dünner. Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Eurostar, eine der größten transportablen Achterbahnen der Welt, nicht mehr in Deutschland zu sehen sein wird. Der Münchner Schausteller Oscar Bruch hat das Geschäft nach Russland verkauft.
    Karussel



    Kostenexplosion: "Wenn das so weitergeht, kommen wir nicht um Preiserhöhungen herum", klagt ein Schausteller


    Für Lorenz Kalb, Vizepräsident des deutschen Schaustellerbundes, ist das nichts Neues. Die großen Anlagen seien immer schwerer zu betreiben, klagt er. Die Schausteller hätten mit immer strengeren Auflagen zu kämpfen, etwa was die Umweltfreundlichkeit der Transportfahrzeuge betrifft. Dazu komme die Konkurrenz durch die wachsende Zahl an Freizeitparks. Die 1,5 bis 3 Millionen Euro, die schon ein normales Karussell in der Anschaffung koste, bekomme ein Betreiber heute nicht mehr heraus, sagt Kalb, der seit 30 Jahren einen Schaustellerbetrieb hat.
    Höhere Energiekosten, strengere Auflagen


    Auch Heiner Distel kann ein Lied von den wachsenden Problemen seines Gewerbes singen. Er gehört zur fünften Generation einer Münchner Schaustellerfamilie. „Wenn die Entwicklung so weitergeht, kommen wir nicht um Preiserhöhungen herum“, sagt der Betreiber eines Autoscooters. Viele seiner Kollegen haben schon vor Jahren von den Fahrgeschäften Abschied genommen. „Die sind in den Ausschank- oder Imbissbereich gegangen“, erzählt er. Edmund Radlinger zum Beispiel, der Chef des Münchner Schaustellervereins. Er habe seine Anlage verkauft und dafür auf der Wiesn eine Weißbierbar aufgestellt.




    Größtes Problem der Schausteller sind die Unterhaltskosten. „Die Energiepreise laufen uns davon“, klagt Distel. Für den Strom etwa habe er 2001 noch 20 Pfennig pro Kilowattstunde gezahlt, jetzt seien es bis zu 35 Cent. Seinen Kollegen Ekkehard Vogel, Betreiber von drei Riesenrädern, drücken vor allem die Benzinkosten. 26 Sattelschlepper benötigt er für das 50 Meter hohe Fahrgeschäft. „Alleine durch die Spritkosten haben wir gut ein Drittel an Mehrkosten“, klagt er. Die wiederum ließen sich nicht ohne weiteres an die Kunden weitergeben. Kalb: „Es gibt eine Schmerzgrenze von fünf Euro pro Fahrt.“

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