Airwolfs Letzte Saison 2011

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Hier ein Bericht den ich auf der Hompage vom Airwolf gefunden habe,Traurig aber war der Airwolf hört auf zu reisen,und wieder verschwindet ein schönes unikat von den Kirmesplätzen.:bye::thx:

Hier nun der Bericht:

22. June 2011 Die Bundesweite Reise lohnt sich nicht mehr

Wird er ins Ausland verkauft? Gastiert er in der nächsten Saison in einem Park? Ist der technische Super-Gau eingetreten? Von der Elbe bis zur Isar, von Hamburg bis nach München, die Branche und eine eingeschworene Fangemeinde fragen sich gleichermaßen: Was wird aus dem legendären Flugkarussell Airwolf? Warum gastiert er 2011 nur noch an wenigen Standorten? Warum tritt er keine bundesweite Reise mehr an? Spekulationen und Gerüchte schießen ins Kraut.

„Die Reaktion ist unglaublich. Und alle kursierenden Versionen gehören in das Land der Fantasien", sagt der Besitzer Max Johannes Eberhard. Hinter der Entscheidung, den Airwolf nur noch auf ausgewählten, handverlesenen Plätzen aufzubauen, steckt ein Konglomerat von sachlichen und primär kaufmännischen Überlegungen, so Eberhard weiter. Und viele dieser Entscheidungen sind dem gebürtigen Hamburger auch wirklich schwer gefallen.
Seit Jahren beklage er sich, wie viele seiner Berufskollegen eben auch, über die immer dramatischeren Existenzbedingungen in dem Gewerbe. Um nur einige Konfliktfelder zu nennen: Der zermürbende Kampf um rechtzeitige Schwertransportgenehmigungen. „Die Unterstützung des Berufsverbandes in Berlin (DSB) im Kampf gegen den bürokratischen Dschungel der Länderkompetenzen ging dabei in der Vergangenheit gegen Null“, so Eberhard. Die extrem schwierige Rekrutierung von geeignetem Personal besonders für ein technisch anspruchsvolles Geschäft, die stetig steigenden Gebühren und die nicht minder anwachsenden Stromrechnungen stellen zusätzliche Belastungen dar. „Stromanschlüsse die auf einzelnen Plätzen in Deutschland bis zu 1500,00 Euro ausmachen, und ein Blick auf die Preistafeln an der Tankstelle von Dieselkraftstoff können einem das Umsetzen von Platz zu Platz mehr als verleiden“, sagt der 62jährige Unternehmer.

Seit drei Jahren analysiert er jede Veranstaltung sehr kritisch nach mehr als 20 Kriterien. Am Ende gab es eine knallharte Kosten-Nutzen-Analyse und eine bittere und ernüchternde Bilanz. „Die bundesweite Reise lohnt sich nicht mit dem Airwolf“, sagt Eberhard entschlossen. Und weiter: „Besonders die Frühjahrsplätze sind inzwischen zu einer Geldvernichtungsmaschine geworden.“ Bei einer 17Tage-Veranstaltung mit drei Wochenenden verdiene man am ersten Wochenende die Kosten für das Umsetzen, am zweiten Wochenende die Platzmieten und diversen Nebenkosten, wie Gas, TÜV, Bauabnahme und am dritten Wochenende Personal, Steuern, Reparaturen und den Grundstock für die Weiterreise. „Das ist die schonungslose Wahrheit. Eine Wahrheit, die bei dem Besucher - aber auch bei manchem Veranstalter - immer noch nicht angekommen ist. Wir brauchen keine Imagekampagne, wie uns der DSB glauben machen will, wir brauchen eine breit angelegte Offensive, die Probleme des Gewerbes unter Berücksichtigung der aktuellen Marketinginstrumente hautnah und emotional beleuchtet“, so der AIRWOLF--‐Chef.

Eberhard ist sich ganz sicher: Kein Gewerbe würde sich so sehr selbst belügen wie die Schausteller. Ein ausgezeichneter Beweis für diese Behauptung sei die kontinuierliche Berichterstattung der vermeintlichen Fachpresse, Komet und Kirmes-Revue. Schausteller-Kollegen, die im Obrigkeitswahn und aus Angst vor Ressentiments der Veranstalter eine Platzanalyse abliefern, wo man sich am Ende des Artikels nur noch eine Frage stellen kann: Leidet der Kollege an Wahrnehmungsstörungen und extremen Realitätsverlust?

Seit Jahrzehnten ist das Familienunternehmen Eberhard auf den vermeintlich renommierten Kirmesplätzen in Deutschland zu Gast. Gern erinnere er sich an die sehr transparenten, kritischen Gespräche, die seine Eltern auf Einladung des OB von Stuttgart geführt haben – immer mit dem Ziel vor Augen, das Beste für das Gewerbe rauszuholen. „Das kritische Miteinander- und Voneinander lernen ist eben auch Geschichte“, sagt Eberhard. Heute seien Mitgliederversammlungen, wo es sie überhaupt noch gebe, degradiert zu Verkündungsmonologen der Veranstalter. 2009 sei dem Hanseasten in Stuttgart gelungen, was vor ihm in 80 Jahren noch keiner aus der Familie in Stuttgart geschafft habe – die Kosten mit dem Airwolf nicht einzuspielen. „Gegen den Lauf, gegen die Sonne und gegenüber von einem dieser schönen, neuen Festhallen, durfte ich, gemeinsam mit einigen Kollegen den kollektiven Niedergang unserer Geschäfte erleben“, stellt Eberhard nüchtern fest. Nachdem auch 2010 das erklärte und gesteckte kaufmännische Ziel nicht erreicht werden konnte, hieß es, die Reisleine ziehen.

„Die bundesweite Reise war gestorben und Norddeutschland in das Visier der Bewerbungen für 2011 gerückt“, so Eberhard. Nun gebe es nach dem Sommerdom in Hamburg ein Gastspiel in Bremen im Oktober. Gern hätte der umtriebige Kaufmann das Flugkarussell auch in Oldenburg als Premiere präsentiert. „Ich bedauere diese Entscheidung sehr, weil der AIRWOLF nach einem erneuten technischen Face-Lifting seinen Fans wieder einen atemberaubenden Flug bietet. Aber jemand wollte wohl nicht, so das der Veranstalter nicht konnte wie er wollte.....“, amüsiert sich Eberhard. Allerdings habe man in Oldenburg ein großes Interesse an der neuen Fahrattraktion, die der Hamburger 2012 auf den Markt bringt. Zu Details will er sich nicht äußern, nur eines sei sicher: „Es wird kein Kostenfresser. Auch hier gilt die neue AIRWOLF-Philosophie. Ich bin nur an einigen, wenigen Plätzen interessiert. Denn die Kirmes ist leider nicht mehr der lukrativste Vermarktungsplatz.“
 
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