Arno Heitmanns Disco-Jet [Bericht]

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Merkur

Arno Heitmanns Disco-Jet
Die Heitmanns sind Schausteller, schon seit fast 180 Jahren. Beim Send hat Arno Heitmann (34) sechs Tage Zeit, um seinen Disco-Jet aufzubauen. Reicht das für eine Kirmes-Attraktion, bei der allein 15.000 Lampen geputzt werden müssen? Das Dach hängt auf Halbmast, die Graffiti-Giebel sind ausgeklappt. Zwischen matten Lämpchenreihen glitzern Wasserperlen. Dienstagmorgen. Am Samstag muss der Disco-Jet funkeln.

Wagen auf hügeligem Rundkurs

Nicht gerade eng, der Zeitplan. "Nee, luxuriös." Arno Heitmann steigt über den Wasserschlauch, der bis eben gegen die Fassade spie. Der Disco-Jet ist sein Betrieb: Eine Raupenbahn, Wagen an Wagen über einer Führungsschiene, auf hügeligem Rundkurs zwischen dem Rummel vorn und dem Tunnel hinten. "Das absolute Familienkarussel", sagt Arno Heitmann.

Nach drei Monaten Winterpause gewährt der Frühlingssend einen angenehmen Start. Arno Heitmann hat den Disco-Jet auch schon mal über Nacht versetzt, 22 Uhr Abbau in Soest, 14 Uhr die erste Runde in Datteln, mit 12 Mitarbeitern. "Da putzt man nicht ganz so viel."

Strom für ein Einfamilienhaus - pro Tag Hier reichen vier Leute, um die Raupe allmählich zu entpuppen. Dach aufbocken, sauberspritzen, Technik drunter. Dann auf die Leiter und die Graffitiflächen trockenledern, um 15.000 LED-Lampen herum. Wenn die aufleuchten, saugen sie täglich 300 Kilowatt aus den zentimeterdicken Stromleitungen. Damit leuchtet ein Einfamilienhaus etwa einen Monat lang.
Vor der Umstellung auf LED im Herbst soff die Raupe noch 700 kW am Tag, für 19 bis 27 Cent pro Einheit, je nach Stadt. LED macht was aus, erst recht in Münster, sagt Heitmann: "Auf dem Send ist der Strom noch teurer als bei mir zuhause in Hiltrup. Schon ärgerlich."

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Probefahrt nach dem Aufbau: Die Heitmanns auf der Raupe. Raupe mit italienischen Wurzeln
Umgerechnet 900.000 Euro hat sein Vater für die Raupe bezahlt, vor 30 Jahren in Italien, vor fünf Jahren hat der 34-Jährige sie übernommen. Dank guter Pflege und Modernisierungen ist sie heute immer noch so viel wert, schätzt Heitmann.
Die älteste Aufzeichnung über die Schausteller-Familie stammt von 1833. Der Disco-Jet ist nicht die einzige Attraktion in der Heitmann-Garage: Die beiden Wildwasser-Bahnen sind diesmal zwar nicht mit auf dem Send. Aber nebenan leitet Neffe Patrick Schneider (19) als Junior-Chef den Autoscooter-Aufbau (28 Autos, 35 000 Lampen). Wenn am Samstag der Send startet, sitzt Arno Heitmann im Führerhäuschen. Mit dem CD-Regal im Rücken und dem Mikro am Mund. Ausgeschlafen.

Bild & Text: dpa
 
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jazze

Heitmanns sind halt sehr nette Leute.
In Soest zu Ostern hat die Familie um 22 Uhr Ihren Musik - Express für den 65 Geburtstag meiner Schwiegereltern für kleines Entgeld zur Verfügung gestellt.
Es sollte nur eine kleine Ehrenrunde werden, dank Herrn Heitmann war dann die ganze Gesellschaft plus der Servicekräfte vom Lokal im Express.
Schöne Erinnerungen werden wach wenn ich die Bilder von damals sehe .
Danke nochmals.
 
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