Die Schausteller haben die Turbulenzen überstanden

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Merkur

Nürnberg (AZ) - Die Schausteller haben die Turbulenzen der aktuellen Wirtschaftskrise ohne größere Blessuren überstanden. «Wir Schausteller sind das kleine Glück, wenn es den Leuten schlecht geht. Viele Menschen verzichten lieber auf eine Reise und gehen dafür aufs Volksfest».

Das sagte der Vizepräsident des Deutschen Schaustellerbundes (DSB), Lorenz Kalb, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Die Zahl der Besucher auf den bundesweit 12.000 Volksfesten sei im vergangenen Jahr mit 178 Millionen etwa gleichgeblieben. Die Schausteller seien oft mehr vom Wetter als von der Konjunktur abhängig. Aktuelle Umsatzzahlen lägen ihm nicht vor.

Sorge bereite der Branche das wachsende Freizeitangebot, das den Volksfesten Konkurrenz mache. «Der Freizeitmarkt hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht.» Gerade bei jungen Leuten gehe das Taschengeld oft für Handykosten drauf. «Es sind viele Multiplexkinos und Freizeitparks entstanden.»

Die größte Sorge bereite der Branche die immer schnellere Kostenspirale. Schausteller müssten von Jahr zu Jahr höhere Gebühren für technische Abnahmen und die Bereitschaft von Sanitätern und der Feuerwehr zahlen, klagte Kalb. «Wenn die Kostensteigerungen so weitergehen, sehe ich schwarz für die Volksfeste.» Preissteigerungen seien kaum durchsetzbar. «Mit fünf Euro ist bei den Fahrgeschäften die Schallgrenze erreicht.»

Sorgen hätten vor allem die Betreiber von Kinderkarussells und Losbudenbesitzer. Grund seien die Geburtenrückgänge. Die Losbuden litten unter den starken behördlichen Reglementierungen für Glücksspiele. «Um Spielsucht zu verhindern, darf der Hauptgewinn den Wert von 60 Euro nicht übersteigen. Dafür kriegen Sie doch heute keinen attraktiven Hauptgewinn mehr.»

Zu Ende geht nach Kalbs Einschätzung die Zeit der großen Sensationen wie Looping-Achterbahnen. «Die Millioneninvestitionen lassen sich bei den Eintrittspreisen kaum noch amortisieren.» Zudem seien die physikalischen Grenzen bei den meisten Fahrgeschäften erreicht. «Mit mehr als der vierfachen Schwerkraft können Sie die Leute nicht herumschleudern.»

Untersuchungen hätten allerdings gezeigt, dass Volksfestbesucher gar nicht mehr den ganz großen Nervenkitzel suchten. «Vielen geht es inzwischen mehr um das Gemeinschaftserlebnis mit der Familie oder Freunden», berichtet Kalb unter Berufung auf Besucherumfragen. Um auch anspruchsvollere Besucher wieder auf Volksfeste zu locken, werde viel Geld in Sicherheit, Sauberkeit und Dekoration investiert.


Quelle:
http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Wirtschaft/Artikel,-Schausteller-trotzen-Krise-_arid,2113291_regid,2_puid,2_pageid,4557.html
 
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Veit Schütte

Na dann wünsche ich allen Schaustellern eine erfolgreiche Sesion.
 

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Sorgen hätten vor allem die Betreiber von Kinderkarussells und Losbudenbesitzer. Grund seien die Geburtenrückgänge. Die Losbuden litten unter den starken behördlichen Reglementierungen für Glücksspiele. «Um Spielsucht zu verhindern, darf der Hauptgewinn den Wert von 60 Euro nicht übersteigen. Dafür kriegen Sie doch heute keinen attraktiven Hauptgewinn mehr.[/URL]


Das wusste ich noch garnicht ...
Ich denke viele Plätze haben gerade wegen der Wirtschaftskriese zuspruch gefunden, weil sich die Leute lieber etwas Vergnügen gönnen anstatt in den Urlaub zufahren ... Auch ich wünsche weiterhin gute Geschäfte ;)
 
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