Europa-Park in Rust mit seiner Achterbahn Euromir.

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Merkur

25 Millionen sollen investiert werden
Europa-Park Rust


Will expandieren: Der Europa-Park in Rust mit seiner Achterbahn Euromir.


Deutschlands größter Freizeitpark wird sich in den kommenden beiden Jahren noch weiter ausdehnen.

Rust - Deutschlands größter Freizeitpark, der Europa- Park im badischen Rust, wird sich in den kommenden beiden Jahren noch weiter ausdehnen. Nach Angaben von Mitgründer und Geschäftsführer Roland Mack wird das Areal von derzeit 70 auf dann 85 Hektar erweitert. In die Vergrößerung des Parks werde sein Familienunternehmen in den nächsten eineinhalb Jahren mindestens 25 Millionen Euro investieren, sagte Mack in einem Redaktionsgespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Wir stoßen an unsere Grenzen", meinte der 57-Jährige. Außerdem will der Europa-Park neben den Tagesausflüglern zunehmend die Kurzurlauber ins Visier nehmen.

Bebaut werde ein Gelände, das derzeit noch außerhalb des Parks liege, sagte Mack. Dort sollen unter anderem die Werkstätten eingerichtet werden. "Sie liegen derzeit mitten im Park und haben eine Erweiterung des Vergnügungsbereich bisher verhindert." Zudem werde eine neue Zufahrtsstraße gebaut.

"Die Genehmigungen für die Parkerweiterung liegen bereits vor", sagte Mack. Herzstück sei eine neue Achterbahn, die 2009 in Betrieb gehe. Durch die neuen Attraktionen in dem dann erweiterten Park werde sich die derzeitige Besucherzahl von vier Millionen im Jahr weiter erhöhen. "Außerdem können wir so einer Verdichtung der Einrichtungen aus dem Wege gehen." Zur neuen Achterbahn verriet Mack nur: "Es werden Techniken und Fahrfiguren zusammengeführt, die so noch nicht zu sehen waren." Auch ein Wasserpark werde nach wie vor diskutiert.

Derzeit übernachtet laut Mack bereits jeder fünfte Gast im Park, im Ort oder in der Region. "Würden wir nur von den Tagesgästen leben, hätten wir die Wachstumsgrenze deutlich niedriger ansetzen müssen, weil wir Besucher nur aus der Region ziehen könnten." Der Europa-Park wolle sich zunehmend zum Resort und Kurzreiseziel entwickeln, sagte der 57-Jährige, dessen Einrichtungen mit ihren fast 4500 Betten im vergangenen Jahr insgesamt 500.000 Übernachtungen und eine Hotelauslastung von 90 Prozent verbuchten.

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Steigende Besucherzahlen verzeichnet der Europa-Park nach Angaben Macks zunehmend nicht an den bisherigen Spitzentagen. "Wir holen das Wachstum mehr aus der Verteilung der Besucher auf die Saison", er der dpa. An früher schwächeren Tagen sei der Andrang heute sehr gut. "Die Spitzen von rund 40.000 Besuchern am Tag gehen dagegen eher zurück." Vor allem die Gäste aus Baden-Württemberg griffen auf Brücken- oder schulfreie Tage zurück, im Ausland gelte eine andere Ferieneinteilung und durch die Hotels stiegen die Alternativen für den Besuchstermin. Immer häufiger kämen auch Araber zu Besuch in den Park. "Die Zahlen liegen da im Sommer im hohen Tausenderbereich."

Grundsätzlich sind Achterbahnen wie die geplante Attraktion auf dem erweiterten Gelände nach Ansicht Macks keineswegs ausschlaggebend für den Besuch einer Anlage. "Der Mix macht den Erfolg aus", sagte der gebürtige Freiburger. "Es kommt auf das Gesamterlebnis an und auf die Breite des Angebots, weniger dagegen auf die Top-Attraktion, die vielleicht auf der Titelseite einer Zeitschrift landet." Erreiche ein Freizeitpark mit einer Achterbahn nur eine Zielgruppe von fünf Prozent, sei dies zu wenig um wirtschaftlich zu sein.

"Das Größte, Höchste und Schnellste ist deshalb auch nicht das, was wir in Rust anstreben", erklärte Mack, der auch den kleineren Freizeitparks Hoffnung macht. Es sei ausschlaggebend, welche Atmosphäre ein Park besitze. "Die kleinen Parks sollten da nicht mutlos werden, denn es gibt schmucke Parks, die viel Wohlfühlatmosphäre haben." Diese seien bei einem kleineren Angebot auch nicht auf stärkere Besucherzahlen angewiesen.


Text und Bild:http://www.stuttgarter-nachrichten.de/
 
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