Kirmesbeerdigung hat bei vielen religiöse Gefühle verletzt

Mack Rides

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Kirmesbeerdigung hat bei vielen religiöse Gefühle verletzt


Was als humoriges Abschluss-Schmankerl der Großen-Busecker Kirmes gedacht war, entpuppt sich mittlerweile als heftiger Kritikpunkt innerhalb der Ortes. Mit »Papamobil« und »Papst Puschelus« schritten die veranstaltenden »Teutonia«-Burschen am Dienstagabend zur Beerdigung des Volksfestes (die AZ berichtete). Doch viele (nicht nur katholische) Christen fühlen sich durch diese Darstellung in ihren religiösen Gefühlen verletzt.


»Die Berichterstattung über die Beerdigung der Busecker Kirmes am 2. September in den Tageszeitungen hat uns als Kirchengemeinde Anlass gegeben, uns mit der Form und auch den Inhalten dieser Veranstaltung auseinanderzusetzen. Zahlreiche empörte Reaktionen gingen im Pfarrbüro ein und forderten eine klare Stellungnahme der christlichen Kirchen gegen diese Form der Beleidigung religiöser Gefühle«, heißt es in einem offenen Brief, der von Pfarrer Andreas Puckel und Herbert Grötsch, dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates der katholischen Kirchengemeinde St. Marien, unterzeichnet wurde.

»Es geht uns dabei nicht um eine Zensur von Geselligkeit, Tradition oder Spaß zu haben. In der Busecker Fastnacht zeigen selbst die Pfarrer auf der Bühne, dass sie alles andere als Spielverderber oder Spaßbremsen sind. Und auch bei der Kirmes feiern viele gläubige Katholiken gerne mit. Aber am Dienstagabend ging es bei der «Beerdigung» der Kirmes um anderes. Wenn ein religiöses Symbol wie das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus auf ein

«Papamobil» montiert wird, um eine Puppe des Pontifex zur Verbrennung zu geleiten, ist nicht nur die Grenze des guten Geschmacks überschritten. Es ist für ein Dorf, das in der Mehrheit seiner Bevölkerung christlich getauft ist, beschämend, dass so etwas möglich ist, ohne dass jemand merkt, was da geschieht und Einspruch erhebt. Sind unsere christlichen Symbole so wenig wert oder bekannt? Ist in den Burschenschaften die Bedeutung von Karfreitag oder Ostern so wenig im Bewusstsein, dass es niemanden stört, das Zeichen unserer Erlösung auf eine Kühlerhaube zu montieren zu einem solchen Zweck?«, fragen Puckel und Grötsch.

Weiter heißt es: »Gerade in einer so wichtigen Vereinigung wie der Burschenschaft ist doch das Pflegen von Traditionen eine bedeutsame Aufgabe. Gehört der christliche Glaube unserer Väter und Mütter da nicht mehr dazu? Und gebietet es nicht der Anstand gegenüber der katholischen Minderheit in Großen-Buseck, dass man auf «Papst Puschelus» und Toilettenbürsten mit Weihwasser verzichtet? Auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen: Es gibt immer noch Christen, denen ihr Glaube viel bedeutet und die sowohl mit dem Papst als auch mit Weihwasser Positives verbinden. Diese Menschen haben die Veranstalter

der diesjährigen Kirmesbeerdigung in ihren Gefühlen verletzt.« Abschließend schreiben Puckel und Grötsch: »Das Verletzen religiöser Gefühle ist sicherlich noch keine Störung des öffentlichen Friedens nach § 166 des Strafgesetzbuches, welcher denjenigen bestraft, der dies durch Beschimpfen eines religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses hervorruft. Dennoch macht uns als Kirchengemeinde die Unsensibilität in diesem Bereich bei den Burschenschaften besorgt und wir möchten deshalb in dieser Angelegenheit um ein Gespräch mit den Verantwortlichen bitten.«

»Ich weiß noch nicht, wie ich es einschätzen soll«, sagte gestern »Teutonia«-Vorsitzender Sebastian Balser-Kutt auf Anfrage der AZ. Die Idee zum diesjährigen »Beerdigungszug« sei kurzfristig entstanden, keiner habe sich gedacht, dass das solche Wellen schlägt. Bislang sei man noch nicht dazu gekommen, innerhalb der Burschenschaft über die Angelegenheit zu sprechen. Das soll aber auf jeden Fall geschehen. Auch zu einem Gespräch mit der Kirchengemeinde sei man bereit, sagte Balser-Kutt.


quelle: http://www.giessener-allgemeine.de
 
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