Politik verlängert Rheinkirmes um einen Tag

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Politik verlängert Rheinkirmes um einen Tag

Düsseldorf, 21.07.2010, Rüdiger Hoff

Düsseldorf. Seit Jahren streiten Schausteller mit Anwohnern und Deichwächtern über eine Verlängerung der Größten Kirmes am Rhein. OB Elbers entschied mit Vertretern der Ratsparteien auf kurzem Dienstweg: Der Rummel wird 2011 um einen Tag verlängert.

Die Diskussion glich einer permanenten Berg- und Talbahnfahrt. Jedes Jahr tauchte die Frage wieder auf: Soll der große Rheinwiesen-Rummel von neun auf 16 Tage verlängert werden, wie die Schausteller es gebetsmühlenartig fordern? Munitioniert durch Proteste der Anwohner und der Deichwächter verschwanden die Pläne schnell wieder in der Schublade. Doch jetzt ist eine neue Regelung gefunden. Die Kirmes wird ab dem kommenden Jahr von neun auf zehn Tage verlängert, startet künftig nicht mehr samstags, sondern schon freitags um 14 Uhr.

Die neue Variante

Die Initiative dazu ergriff Lothar Inden, Chef der Sebastianer von 1316, die das Spektakel organisieren. Seinen Vorschlag diskutierte er am Dienstag beim traditionellen Gästeschießen auf den Rheinwiesen mit OB Dirk Elbers. „Das klingt nach einem gelungenen Kompromiss, der die Anwohner nicht mehr als nötig belastet“, zeigte sich der OB angetan und ungewohnt spontan.
Auf kurzem Dienstweg holte sich Elbers das Okay der ebenfalls anwesenden Friedrich Conzen (CDU), Gudrun Hock (SPD), Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und Günter Karen-Jungen (Grüne). „Damit sollte der neuen Variante nichts mehr im Wege stehen“, resümierte das Stadtoberhaupt nach nur wenigen Minuten.

16 Tage Rummel vom Tisch

„Jetzt ist auch die leidige und überflüssige Diskussion über 16 Tage Rummel endgültig vom Tisch“, betonte Inden und hob die Vorteile der neuen Regelung hervor. Den Schaustellern stehen nun zwei komplette Wochenenden als potenziell hochkarätige Einnahmequellen zur Verfügung. Da ohnehin alle Buden und Fahrgeschäfte freitags schon startklar sind, müssten für Auf- wie Abbau keine zusätzlichen Tage in Anspruch genommen werden. „Und die Rheinwiesen, die wir anschließend immer wieder für bis zu 50 000 Euro aufpäppeln lassen, müssen nicht mehr leiden als sonst“, so Inden.
Gudrun Hock sieht noch einen positiven touristischen Aspekt. „Viele auswärtige Gäste schnüren Wochenendpakete mit Hotelübernachtungen. Mit dem zusätzlichen Freitag ist das Angebot noch attraktiver“, findet die SPD-Bürgermeisterin.
Die Schausteller sind mit der „kleinen Verlängerung“ zufrieden, brechen aber nicht in Jubelstürme aus. „Zumindest ist ein Anfang gemacht“, sagt Bruno Schmelter, Chef der Düsseldorfer Schausteller. Das sehen die Deichwächter ganz anders: Sie kündigten Proteste an.


Quelle: Der Westen
 
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