[Presse] Kirmes für Mutige: "Höllenblitz" und "Star Fly

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Merkur

Kirmes für Mutige: "Höllenblitz" und "Star Flyer"
VON JUDITH CONRADY

In diesem Jahr lockt die Kirmes mit einer Reihe neuer und vielen altbekannten Attraktionen. Die Aufbauarbeiten auf den Rheinwiesen beinahe abgeschlossen. Ein Rundgang über die Kirmes.



(RPO) Die Düsseldorfer Kirmes hat einen Ruf zu verlieren: Wer sich "größte Kirmes am Rhein" nennt, muss schon mit Top-Fahrgeschäften aufwarten. Kirmesarchitekt Thomas König ist das in diesem Jahr wieder gelungen. Mit dem "Höllenblitz" und dem "Star Flyer" ist der Kirmesplatz um zwei neue Attraktionen reicher.

"Der ,Star Flyer' ist Pflicht. Den muss man als großer Festplatz in Deutschland haben," sagt Thomas König. Es ist Donnerstagmittag, drei Tage vor der Eröffnung. Die Aufbauarbeiten sind weitgehend abgeschlossen. Der Kirmesarchitekt schreitet zufrieden über den Platz, zeigt Journalisten die größten Attraktionen.

Hinter König liegt ein Dreivierteljahr mit viel Arbeit und langwierigen Verhandlungen. Immer bis zum 15. Oktober müssen sich die Schausteller um einen Platz auf der Düsseldorfer Kirmes bewerben. Danach beginnt für König und sein Team die heiße Phase: Jetzt geht es darum, sich die so genannten "Premium-Geschäfte" zu sichern. "Das sind die Geschäfte, die man einfach haben muss, um attraktiv für Besucher zu sein", erklärt König. "Dazu gehört zum Beispiel die Wildwasserbahn."

Doch mit irgendeiner Wildwasserbahn ist es nicht getan. "Wenn abends die Lichter angehen, dann sieht man die Qualität der Geschäfte auf einem Platz", erklärt König. Es sind die Kleinigkeiten, auf die es ankommt - auf eine festliche Beleuchtung der Wildwasserbahn eben, auf die Bemalung der Fahrgeschäfte und Buden, darauf, dass alles glänzt wie neu. "Hier auf der Düsseldorfer Kirmes werden Sie fast nirgendwo sehen, dass irgendwo der Lack absplittert", sagt König nicht ohne Stolz.

Parade der Superlative

Den Besuchern jedes Jahr etwas Neues zu bieten - auch das gehört zu den Aufgaben von Kirmesarchitekt Thomas König. In diesem Jahr sind das in erster Linie der "Star Flyer" und der "Höllenblitz" - beides Fahrgeschäfte für Mutige.

Der "Star Flyer" ist ein überdimensionales Kettenkarussell, das die Fahrgäste in 43 Meter Höhe katapultiert. Bisher stand er nur auf einem Platz in Nordrhein-Westfalen, in Bocholt. Wie alle großen Kirmesattraktionen schmückt sich auch der "Star Flyer" mit einem Superlativ: Er ist der höchste transportable Kettenflieger der Welt.
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Weiter zum nächsten Superlativ: Nur wenige Meter weiter erwartet die Besucher der "Höllenblitz" - die größte transportable Indoor-Achterbahn der Welt. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometern rasen die Wagen mit den Kirmesbesuchern durch die Dunkelheit im Inneren der Achterbahn. "Unsere Gondeln drehen sich frei in alle Richtungen. Da verliert man völlig die Orientierung", verspricht "Höllenblitz"-Betreiber Klaus Renoldi jr.

30 Arbeiter sind bis zu 14 Tage lang beschäftigt, um die Achterbahn aufzubauen. Der "Höllenblitz" wiegt 600 Tonnen. 64 Lastwagen sind nötig, um die Bahn zu transportieren - darunter mehrere Schwertransporter, die von der Polizei begleitet werden müssen.


Ein Blick von der Rhein-Knie-Brücke zeigt: Noch ist es sehr ruhig auf dem Kirmesgelände. Doch die ersten Aufbauarbeiten haben begonnen.

Kirmes-Aufbauarbeiten am Rhein

Auch jenseits von Geschwindigkeit, Nervenkitzel und Kribbeln in der Magengrube hat die Kirmes einige Neuerungen zu bieten. Die Bierzelte haben in diesem Jahr deutlich aufgerüstet. Kirmesarchitekt Thomas König war das ein besonderes Anliegen. "Wenn die anderen Geschäfte sich ins Zeug legen, müssen sich auch die Brauereien mit großen Engagement präsentieren", sagt er. Bei seinem Rundgang über die Kirmes wirkt König zufrieden.

Die Brauerei Schlüssel hat die Fassade ihres Zeltes in diesem Jahr von Karnevalskünstler Jacques Tilly gestalten lassen. Und auch die Betreiber der übrigen Zelte locken mit aufwendiger Dekoration und besonderen Aktionen.
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Kirmesarchitekt Thomas König hofft auf viele Besucher und gute Geschäfte für die Schausteller. Den wirtschaftlichen Aufschwung dürfte auch die Kirmes zu spüren bekommen - fragt sich nur, wann. "Wenn es mit der Wirtschaft aufwärts geht, kommt das normalerweise erst ein bis zwei Jahre später bei uns an", sagt König. Mindestens ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für alle Volksfeste wird am Eröfffnungswochenende aller Voraussicht nach gegeben sein: schönes Wetter. Die Meteorologen versprechen 30 Grad und Sonnenschein.


quelle: RP-Online
 
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