[Presse] Neukloster - Die Schausteller sind eingetroffen

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Neukloster Die Schausteller sind eingetroffen


Sie bauen den Pfingstmarkt auf

Im Norden gibt's zu diesem Termin keinen größeren Vergnügungsplatz. In diesem Jahr ist zum ersten Mal eine Achterbahn dabei.



Der 15 000 Quadratmeter große Vergnügungspark entstand wie aus dem Nichts. An nur zwei Tagen haben rund 130 Schausteller eine Achterbahn und andere Karussells sowie eine mehr als 1300 Meter lange Budenfront auf dem Festplatz in Neukloster errichtet. Dort, wo sich sonst nur einige Trucker zur Rast an einem Imbiss treffen, werden an drei Tagen rund 100 000 Menschen feiern. Das Volksfest in Neukloster von Sonnabend, 26. bis Montag, 28. Mai, gilt als der größte Pfingstmarkt Norddeutschlands. Zu diesem Spektakel werden auch sämtliche Züge der Deutschen Bahn ausnahmsweise in dem kleinen Bahnhof des 1900-Einwohner-Ortes halten. Die Bundesstraße 73 zwischen Buxtehude und Hedendorf wird von Sonnabend, 12 Uhr, bis Montagnacht gesperrt.


Immer zu Pfingsten verändert sich das Ortsbild von Neukloster. Ein 50 Meter hohes Riesenrad, das den Blick über das Alte Land bis hin zur Elbe ermöglicht, wird dann zum Wahrzeichen der Ortschaft. Die Hauptattraktion in diesem Jahr wird aber die Achterbahn der Familie Schneider aus Lippstadt sein. "Zum ersten Mal seit 30 Jahren ist es uns gelungen, eine Berg- und Tal-Bahn zu verpflichten", berichtet Helmut Burfeind, Vorsitzender des organisierenden Heimatvereins Neukloster, stolz. Der 67-Jährige trägt seit 1970 zum Gelingen des Pfingstmarktes bei und steht seit zwölf Jahren an der Spitze des Vereins. Die Geschichte des Festes reicht schon 130 Jahre zurück.

Nur vier Männer haben das Schienengewirr der 48 Meter langen und 19 Meter breiten Achterbahn aufgebaut. Auch das Riesenrad wächst an nur einem Tag 50 Meter in den Himmel. "Es wird aus dem Container von unten nach oben errichtet. Man braucht keinen Kran", sagt Helmut Burfeind. Die Geschäfte im Schaustellergewerbe sollen bis zum Frühjahr eher schleppend gelaufen sein, weiß man im Vorstand des Heimatvereins. 130 Schausteller werden auf dem Pfingstmarkt arbeiten - aber mehr als 400 haben sich beim Heimatverein beworben. Die Kirmes in Neukloster ist beliebt in der Branche. Der Strom auf dem Festplatz ist günstiger als auf denen in Hamburg oder Bremen. Auf den großen Rummelplätzen der Republik würden Private das Leitungsnetz betreiben und dreimal so viel kassieren wie die Stadtwerke Buxtehude. Der Heimatverein als familiärer Veranstalter hat seit 19 Jahren nicht mehr die Platzgebühren erhöht.

Die traditionelle Platzvergabe am Dienstagnachmittag verlief zügig und ohne Probleme. Das war nicht immer so: "In den 50er-Jahren war die Polizei mit dabei, weil sich die Schausteller um die Plätze geschlagen haben", erinnert sich Helmut Burfeind. Teilweise so heftig, dass die Beamten zu Pferde kamen.

Zwischen den Stammkunden des Heimatvereins und Anwohnern haben sich Freundschaften gebildet. Die meisten Schausteller campieren in ihren Wohnwagen auf den Bauernhöfen im Ort. So machen es auch Wolfgang Zinnt (60) und seine Familie. Der Bad Segeberger hat mit seinem China-Imbiss Premiere auf dem Pfingstmarkt . Warum fährt er nicht ins heimische Bett? "Das Besondere an diesem Jahrmarkt ist, dass fast rund um die Uhr gefeiert wird. Da lohnt keine Fahrt nach Hause."


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