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michael.

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Besucher, aber wenig Umsatz




Vorstand der deutschen Schausteller beklagt hohe Kosten und Gebühren

Es ist nicht leicht, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten auf Jahrmärkten Geschäfte zu machen. Das beklagte der Deutsche Schaustellerbund (DSB) gestern bei seiner 168. Hauptvorstandssitzung in Rostock.

Gern denkt Marlies Urbigkeit an die 90er-Jahre zurück. Damals standen die Menschen im Land noch Schlange, um begehrte Lose zu kaufen. Die Zeiten haben sich geändert, stellt die Vorsitzende des Schaustellerverbandes Mecklenburg-Vorpommern fest. Heute kämpfen die fahrenden Unternehmer, meist Familienbetriebe, ums Überleben. Nein, an sinkender Besucheranzahl bei den Volksfesten liegt es nicht, so Marlies Urbigkeit. "Es wird weniger Geld ausgegeben."

Arbeitslosigkeit, Abwanderung und weniger Kinder sind Gründe für Umsatzeinbrüche. Auch die Euro-Umstellung trug dazu bei, erinnert sich die Rostockerin. Gleichzeitig sehen sich die Schausteller mit einem Bündel von Kosten konfrontiert, von Steuern über Platzmieten und technischen Abnahmen bis hin zu Versicherungen. "Ich könnte sofort 30 Posten nennen." Das Überleben wird schwieriger. "Es muss ja etwas übrigbleiben. Hier ist das ein Kunststück."

64 Mitglieder zählt der Schaustellerverband im Land, die großen Probleme teilen sie mit ihren Kollegen in den anderen Regionen, berichtet DSB-Präsident Albert Ritter. Wenn Volksfeste wichtige Kulturfaktoren einer Region, einer Stadt sind, dann müsse sich das in den Bedingungen für die Schausteller widerspiegeln. "Stand- oder Stromkosten stehen in keinem Verhältnis zu den erzielten Einnahmen", wünscht sich Ritter, dass sich die Kostenspirale nicht weiter nach oben dreht. Die Betreiber von Fahrgeschäften oder Losbuden wissen aber auch, dass sie sich auf Veränderungen einstellen müssen. Es muss gelingen, die Volksfeste zu Orten zu machen, an denen man sich wohlfühlt. Steigt die Zahl der älteren Menschen, so Ritter, dann müssen deren Bedürfnisse eben stärker beachtet werden.

Marlies Urbigkeit hofft, dass die großen Rostocker Feste vom Oster- über Pfingstmarkt, Hanse-Sail bis zum Weihnachtsmarkt gehegt und gepflegt werden. "Wir brauchen alle." Gerade die Bedeutung des Weihnachtsmarktes kann nicht hoch genug gewürdigt werden, ein Drittel der Einnahmen werden in der Adventszeit erzielt. Deshalb bereitet ihr Sorgen, dass Teile der Fischerbastion durch die neue Verbindungsstraße nicht mehr zur Verfügung stehen. Dafür werde Ausgleich geschaffen, verspricht Jörg Vogt vom Großmarkt.

Quelle © NNN Online

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