Schausteller auf Pützchens Markt stecken in der heißen Phase

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Schausteller auf Pützchens Markt stecken in der heißen Phase


Am Freitag geht s wieder los. Der aufbau läuft bislang nach Plan.Pützchen. Bislang kam man immer durch - irgendwie. Doch seit Mittwoch haben die Schausteller-Zugmaschinen die Macht auf der Marktstraße. Zentimetergenau rangieren sie aneinander vorbei, um auf die Pützchener Marktwiesen zu kommen. "Auch wenn es nicht danach aussieht, hier geht es sehr gesittet zu", sagt Peter Barth und lacht dröhnend.


Am Freitag, 15 Uhr, startet Deutschlands umsatzstärkste Fünf-Tage-Kirmes. Am Mittwoch erläuterten Vertreter der Stadt, Polizei, Feuerwehr, von Verkehrsbetrieben und Rettungsdiensten den Stand der Vorbereitungen. "Wir stecken jetzt in der heißen Phase", sagt Marktleiter Günter Dick. Die meisten Schausteller seien nun auf dem Gelände. "Einige kommen aber erst einen Tag vorher, da sie noch andere Engagements hatten", so Dick.

Fest stehe, dass alle, die zugesagt hätten, auch wirklich kämen. "Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Logistik, Planung und Organisation hinter Pützchens Markt steht", sagt Bezirksbürgermeister Wolfgang Hürter. So wird die Marktschule wieder zur Einsatzzentrale von Polizei und Rettungsdiensten. "Dort ist unsere zentrale Anlaufstelle", sagt Jürgen Eck von der Feuerwehr. Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz habe man ein Sicherheitskonzept erarbeitet.

"In zehn Schichten werden 250 Kräfte im Einsatz sein", berichtet Wolfgang Lenz vom Deutschen Roten Kreuz. Die Retter sind gut gewappnet, orderten sie doch noch 100 zusätzliche Kühlpacks: "Wir rechnen nämlich mit sehr vielen Wespenstichen", so Lenz.

Auch die Kollegen von der Polizei sind gerüstet, wie Bert Kluth, Leiter der Wache Ramersdorf, sagt. Rund 100 Kräfte seien während der Kirmes täglich im Einsatz. "Die Stadt entlastet uns in diesem Jahr sehr, denn die übernimmt die Sicherung der Straßensperrungen", so Kluth.

Das Thema Straßen sei wie immer wichtig: "Wir bitten alle Besucher, unbedingt die Flucht- und Rettungswege freizuhalten", so Kluth. Wer falsch parke, werde rigoros abgeschleppt. Ohnehin empfiehlt die Polizei, mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln zum Festgelände zu kommen. "Es gibt rund um Pützchens Markt etwa 6 000 Parkplätze, doch die sind erfahrungsgemäß schnell belegt", so Kluth.

Zudem müsse man bedenken, dass die A 59 zurzeit ein Nadelöhr sei wegen der Baustelle. "Die Autobahnpolizei ist zwar gewappnet, aber am besten setzt man sich erst gar nicht ins Auto", sagt Kluth. Auch wer einen Parkplatz ergattert hat, sollte wissen, dass sich Autofahren und Alkohol nicht vertragen. "Wir bieten eine Vollkaskoversicherung für die Führerscheine der Besucher an", sagt Stadtwerkesprecher Werner Schui. So könnten etwa fünf Leute mit dem Gruppenticket für 9,80 Euro fahren.

"Zu den Hauptverkehrszeiten müssen die Bürger nicht länger als fünf Minuten auf einen Bus warten", verspricht Dietmar Kopitzky von den Stadtwerken. Auch Nachteulen müssten sich nicht um ihre Heimreise sorgen, denn die Nachtbusse fahren bis vier Uhr nachts im Halbstunden-Takt.

Schaustellersprecher Barth hat noch eine gute Nachricht: "Die Preise bleiben stabil, denn sie wurden schließlich erst voriges Jahr erhöht." Und noch ein Tipp: Hunde sollten besser zu Hause bleiben. Denn versehentliche Tritte und Kirmes-Lärm seien Stress für die Tiere, so das Veterinäramt.

Zahlen und Fakten

Als Mega-Event bezeichnet Stadtwerkesprecher Werner Schui Pützchens Markt. Denn in den fünf Kirmestagen werde etwa so viel Strom verbraucht wie in einer Kleinstadt: 320 000 Kilowattstunden verbraucht die Großkirmes durchschnittlich.

Dazu kommen 3,3 Millionen Liter Wasser - etwa für Spülwasser oder für die Raftingbahn. Die Polizei hat neben den bekannten Rufen 110 und 112 eine zusätzliche Telefonnummer eingerichtet: Rufnummer (02 28) 94 49 98 02. Mitarbeiter des Marktamts sind unter Telefon (02 28) 96 39 74 40 erreichbar.

Mit Zug, Bus und Bahn nach Pützchen

Damit die Besucher von Pützchens Markt sicher, schnell und ohne lange Parkplatzsuche zum Kirmesgelände kommen, haben die Stadtwerke Bonn (SWB) und die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft wieder Sonderlinien eingerichtet: Unter dem Motto "Die erste Fahrt geht mit uns" bieten die Stadtwerke Bus und Bahn wieder ein Kombi-Ticket an.

Innerhalb des Stadtgebiets Bonn kostet das Hin- und Rückfahrt-Ticket für Erwachsene vier Euro, für Kinder 1,80 Euro. Ein Tagesticket für Gruppen bis fünf Personen kostet 9,80 Euro. Die Fahrkarten können schon jetzt in den SWB-Service-Centern Poststraße und Bad Godesberg sowie in allen Bussen gekauft werden. Die üblichen VRS-Tickets gelten weiterhin.

Damit die Bonner und Besucher von außerhalb schnell zu Pützchens Markt kommen, haben die Stadtwerke ab Hauptbahnhof zahlreiche zusätzliche Fahrten bis in die Nacht eingerichtet. Die Linien 529, 538, 624, 637, 537 sowie die Marktlinie V starten am Hauptbahnhof und halten am Bertha-von-Suttner-Platz, Konrad-Adenauer-Platz sowie Friedenstraße. Aus Bad Godesberg kommt die Marktlinie V, die an der Stadthalle, dem Bahnhof und Plittersdorf hält. Auch vom Bahnhof Siegburg fahren Sonderlinien.

An allen Markttagen wird zudem die Marktlinie Oberdollendorf der SWB/SSB und der Firma Decker angeboten. Sie pendelt zwischen Adelheidisplatz und Oberdollendorf zum Sondertarif (Hin- und Rückfahrt) von vier Euro für Erwachsene und 1,50 Euro für Kinder.

Wegen des Zusatzverkehrs zu Pützchens Markt werden die Haltestellen der Nachtbuslinie N7 und der Buslinie 610 während der Kirmestage vom Bussteig B4 an den Haltepunkt C4 verlegt. Auch die Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) bietet wieder ihren RSE-Express zum Festgelände an.

Zusteigen kann man entweder in Hangelar/B 56 oder am Bahnhof Beuel/Königswinterer Straße. Der Zug fährt direkt zu Pützchens Markt und hält hinter dem Riesenrad. Die einfache Fahrt kostet für Erwachsene 2,50 Euro, für Kinder einen Euro. Hin- und Rückfahrt kosten vier/1,50 Euro.
 
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