"Spontane Hilfe" beim Aufbau...

  • Ersteller Ersteller Gelöschtes Mitglied 10380
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Hallo zusammen,

ich habe mal eine Frage die mich schon länger beschäftigt :D haltet mich auch gerne für bekloppt.

Aber ist es eigentlich möglich, dass man Schaustellern auch "spontan" beim Aufbau/Abbau helfen kann?! Sei es nur irgendwelche Sachen durch die gegend schleppen.

Ich hätte einfach Bock mal daran teilzuhaben wenn ein Fahrgeschäft aufgebaut/abgebaut wird.

Mein Traum selbst Schausteller zu werden wird sich wohl nicht mehr erfüllen... (Da meine Frau daran überhaupt kein Interesse hat)

Wäre nett wenn jemand vielleicht Erfahrungsberichte geben könnte ob sowas möglich ist :)

Liebe Grüße, und ein schönes Wochenende

Marcel
Hey Marcel schreib mir doch mal einfach mal .
 
beinahe die Zehen abgetrennt hast,
Das ist auch nur deshalb beinahe passiert,weil die Podiumsplatten zwar oben Aluriffelblech waren,darunter jedoch Holz,wie z. B.eine Palette. Die Platten waren am äußeren Rand ca. 2,40m breit und ca.1,20m tief. Sauschwer,sage ich nur! Das betraf aber nur die oberste Ebene,also da,wo die Gondeln drüberhingen. Der Absatz außenrum und die Stufen waren schon Alulochblech wie z.B.beim Breakdancer. Die waren wesentlich leichter. Das Geschäft ist Baujahr 1978,ich weiß nicht,warum da noch Holz verwendet wurde,bei anderen Geschäften gleichen Baujahres gab es kein Holz mehr.
Überhaupt wurde damals an diesem Geschäft fast alles mit Manpower zusammengefügt. Nur die Ausleger,die einzuhängen waren,die hat er mit seinem Hilfskran "Palfinger" an der Zugmaschine gehoben.
 
Ich hab das doch vor 40 Jahren gemacht! Bei Theo Lehmanns Melodie Swing. Der hat gar nicht lange überlegt. "Hilfst Du uns?" fragte er und da es ein riesiges Schwarzkopf-karussell war,hatte ich das Glück,ihn mit auf und abbauen zu dürfen,aber auch das "Pech" zu erleben,wie hart dieser Job ist!

Yeah, "SCHWARZKOPF" klingt halt einfach gut, oder ?
 
Es ist tatsächlich so, daß man selbst wenn man "nur mal Just for Fun" beim Aufbauen helfen will, BG und sozialversicherungsmäßig angemeldet sein muss. Ich hatte letztes Jahr auch die Idee mal bei einem bekannten Schausteller aus Mainz beim Aufbau des 2-Säuler Mack Scooter zu helfen.
Punkt 1: Er hätte mich -auch wenn ich das nur mal 3-4 Stunden wie gesagt "Justforfun" gemacht hätte- anmelden müssen.
Punkt 2: Da ich im normalen Leben mit beiden Beinen in einem festen Arbeitsverhältnis stehe, hätte ich meinen Arbeitgeber davon in Kenntnis setzen müssen, was jetzt nicht das größte Problem gewesen wäre, kennt meine Personalchefin doch meine Kirmesverrücktheit. Ich hätte wenn man ordnungsgemäß dem deutschen Behördenwahnsinn entsprechen wolle, eine 2. Lohnsteuerkarte!! gebraucht.
Dieser Aufwand war dann auch mir zu groß.
Bleibts halt beim Zuschauen beim Aufbau‍♂
Als Minijobber brauchst du keine 2. Lohnsteuerkarte.
 
Liebe Leute,

ich habe damals als 16 jähriger auf der Kirmes bei Edi Tusch am Autoskooter ausgeholfen.
Was soll ich sagen.
Daraus sind 32 Jahre geworden.
Woche für Woche abbauen.
Dann kam Imbiss hinzu.
Hin und wieder Fackler Go-Kart-Bahn.
Und So Weiter.
Ich wollte auch nur mal hin und wieder helfen um zu sehen wie das ganze funktioniert.
Es ist zum schönsten Hobby im Leben geworden.
Vielleicht treffe ich den einen oder anderen mal auf der Kirmes, oder man spricht mich an und man kann sich dann mal austauschen.
 
Als Jugendlicher Anfang der 00er habe ich des Öfteren bei Auf-/Abbau und Spielzeit ausgeholfen. Ich habe mir damals nicht viele Gedanken gemacht, im Nachhinein betrachtet war es mit Sicherheit nicht legal, aber zu diesem Zeitpunkt irgendwie noch recht gängig, so mein Eindruck jedenfalls.

Ich habe bei völlig unterschiedlichen Geschäften und Betrieben gearbeitet. So divers wie die Geschäfte waren auch die Betriebsklimata und "Unternehmenskulturen". Es war auf jeden Fall sehr interessant und ich möchte diese Zeit nicht missen. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben so richtig gelernt, was es eigentlich bedeutet, sein eigenes Geld zu verdienen und dass es ein knochenharter Job ist, bei dem jeder einzelne Euro hart erarbeitet ist. Ich hab zum ersten Mal an eigener Haut erfahren, was für eine Arbeit hinter all dem Vergnügen steckt und dass man als Typ am Autoscooter mit dem begehrten Schlüssel doch gar nicht so gut dran ist, wenn man jeden Tag über 10 Stunden lang Autos schieben muss. Und dass das dennoch geiler ist als Bodenplatten mit der Sackkarre aus dem Hänger zu holen oder im Hochsommer in der prallen Sonne die Sohle zu verlegen. Egal wie sehr man meint ein "richtiger Kirmesfan" zu sein: Nach 14 Stunden putzen und Chips einsammeln oder Autos schieben hat man definitiv genug von Kirmes. Mit rosaroter Brille und Kirmesromantik ist da dann auch nix mehr.


Ausgeholfen habe ich (teilweise mehrmals) bei:

  • Mack Kinderkarussell (Aufbau/Spielzeit)
  • Break Dancer (Spielzeit/Abbau)
  • 2 unterschiedliche Autoscooter (Aufbau/Abbau/Spielzeit)
  • Mondial Shake (Spielzeit/Abbau)

Ranking Anstrengungsgrad/Nervigkeit:

1. Autoscooter
Hammerhart. Beim Aufbau die sauschweren Bodenplatten mit der Sackkarre aus dem Hänger holen und aufpassen, dass man sich nicht irgendwo die Finger einklemmt; Verlegen der Sohle bei 30 Grad im Schatten; die scheiß schwere Plane per Hand über den Dachstuhl ziehen und befestigen. Gut, der Rest geht dann schon, die Spielzeit ist noch deutlich schlimmer: Jeden Morgen putzen, dann 10-12 Stunden lang Autos schieben, den ganzen Tag. Meine Güte ist das ermüdend. Klar, ein Auto kann man dann auch "cool" einparken, aber zuvor muss man erstmal die restlichen Autos in Rekordzeit von der Fahrbahn bringen, damit die nächste Fahrt beginnen kann. Die beginnt meistens sowieso schon während man noch mitten im Getümmel ist und man muss aufpassen, nicht über den Haufen gefahren zu werden. Dann die ganzen Leute, die zu dumm sind einen Chip einzudrücken oder denen kurz vor Fahrtbeginn einfällt, dass sie doch nicht fahren wollen und das Auto mittendrin stehen lassen; verantwortungslose Eltern, die ihre Kinder nicht anschnallen und so weiter.

2. Kinderkarussell
Underrated, ganz klar! Dieses Kinderkarussell von Mack hatte keinen Mittelbau und auch nichts zum Klappen. Es gab nur einen ziemlich langen und schweren Packwagen, mit ziemlich vielen und ziemlich schweren Teilen, von denen jedes einzelne erstmal per Hand aus dem Packwagen geschleppt werden musste. Ich hab das gesamte Geschäft zusammen mit dem Hofsklaven des Schaustellers (so wurde er gehalten und behandelt) alleine aufgebaut. Ich war echt kein Lauch, ganz im Gegenteil, aber das war schon echt eine harte Nummer. Dafür war dann die Spielzeit relativ entspannt.

3. Break Dancer
Spielzeit vergleichsweise lässig, was nicht heißt, dass es nicht trotzdem anstrengend war. Dafür lief gute Musik und man musste nicht während der Fahrt wie beim Autoscooter ständig ein Auge auf die Fahrbahn haben. Beim nächtlichen Abbau gings ordentlich zur Sache, ich glaube wir haben den damals echt in 3-4 Stunden geschafft (war jedenfalls noch stockdunkel als es zum Schlafen ging). Es war zwar nicht hektisch, weil man gemerkt hat, dass das Team super eingespielt war und jeder Handgriff gesessen hat, aber ich habe im Akkord irgendwelche Bleche und Lichtleisten geschleppt (und auch ein paar Lampen kaputtgemacht). An dem Abend hab ich Huss-Geschäfte für ihre unzähligen Einzelteile verflucht. Gefühlt verbringt man die meiste Zeit damit, zwischen Packwagen und Geschäft hin- und herzugehen.
 
Als Jugendlicher Anfang der 00er habe ich des Öfteren bei Auf-/Abbau und Spielzeit ausgeholfen. Ich habe mir damals nicht viele Gedanken gemacht, im Nachhinein betrachtet war es mit Sicherheit nicht legal, aber zu diesem Zeitpunkt irgendwie noch recht gängig, so mein Eindruck jedenfalls.

Ich habe bei völlig unterschiedlichen Geschäften und Betrieben gearbeitet. So divers wie die Geschäfte waren auch die Betriebsklimata und "Unternehmenskulturen". Es war auf jeden Fall sehr interessant und ich möchte diese Zeit nicht missen. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben so richtig gelernt, was es eigentlich bedeutet, sein eigenes Geld zu verdienen und dass es ein knochenharter Job ist, bei dem jeder einzelne Euro hart erarbeitet ist. Ich hab zum ersten Mal an eigener Haut erfahren, was für eine Arbeit hinter all dem Vergnügen steckt und dass man als Typ am Autoscooter mit dem begehrten Schlüssel doch gar nicht so gut dran ist, wenn man jeden Tag über 10 Stunden lang Autos schieben muss. Und dass das dennoch geiler ist als Bodenplatten mit der Sackkarre aus dem Hänger zu holen oder im Hochsommer in der prallen Sonne die Sohle zu verlegen. Egal wie sehr man meint ein "richtiger Kirmesfan" zu sein: Nach 14 Stunden putzen und Chips einsammeln oder Autos schieben hat man definitiv genug von Kirmes. Mit rosaroter Brille und Kirmesromantik ist da dann auch nix mehr.


Ausgeholfen habe ich (teilweise mehrmals) bei:

  • Mack Kinderkarussell (Aufbau/Spielzeit)
  • Break Dancer (Spielzeit/Abbau)
  • 2 unterschiedliche Autoscooter (Aufbau/Abbau/Spielzeit)
  • Mondial Shake (Spielzeit/Abbau)

Ranking Anstrengungsgrad/Nervigkeit:

1. Autoscooter
Hammerhart. Beim Aufbau die sauschweren Bodenplatten mit der Sackkarre aus dem Hänger holen und aufpassen, dass man sich nicht irgendwo die Finger einklemmt; Verlegen der Sohle bei 30 Grad im Schatten; die scheiß schwere Plane per Hand über den Dachstuhl ziehen und befestigen. Gut, der Rest geht dann schon, die Spielzeit ist noch deutlich schlimmer: Jeden Morgen putzen, dann 10-12 Stunden lang Autos schieben, den ganzen Tag. Meine Güte ist das ermüdend. Klar, ein Auto kann man dann auch "cool" einparken, aber zuvor muss man erstmal die restlichen Autos in Rekordzeit von der Fahrbahn bringen, damit die nächste Fahrt beginnen kann. Die beginnt meistens sowieso schon während man noch mitten im Getümmel ist und man muss aufpassen, nicht über den Haufen gefahren zu werden. Dann die ganzen Leute, die zu dumm sind einen Chip einzudrücken oder denen kurz vor Fahrtbeginn einfällt, dass sie doch nicht fahren wollen und das Auto mittendrin stehen lassen; verantwortungslose Eltern, die ihre Kinder nicht anschnallen und so weiter.

2. Kinderkarussell
Underrated, ganz klar! Dieses Kinderkarussell von Mack hatte keinen Mittelbau und auch nichts zum Klappen. Es gab nur einen ziemlich langen und schweren Packwagen, mit ziemlich vielen und ziemlich schweren Teilen, von denen jedes einzelne erstmal per Hand aus dem Packwagen geschleppt werden musste. Ich hab das gesamte Geschäft zusammen mit dem Hofsklaven des Schaustellers (so wurde er gehalten und behandelt) alleine aufgebaut. Ich war echt kein Lauch, ganz im Gegenteil, aber das war schon echt eine harte Nummer. Dafür war dann die Spielzeit relativ entspannt.

3. Break Dancer
Spielzeit vergleichsweise lässig, was nicht heißt, dass es nicht trotzdem anstrengend war. Dafür lief gute Musik und man musste nicht während der Fahrt wie beim Autoscooter ständig ein Auge auf die Fahrbahn haben. Beim nächtlichen Abbau gings ordentlich zur Sache, ich glaube wir haben den damals echt in 3-4 Stunden geschafft (war jedenfalls noch stockdunkel als es zum Schlafen ging). Es war zwar nicht hektisch, weil man gemerkt hat, dass das Team super eingespielt war und jeder Handgriff gesessen hat, aber ich habe im Akkord irgendwelche Bleche und Lichtleisten geschleppt (und auch ein paar Lampen kaputtgemacht). An dem Abend hab ich Huss-Geschäfte für ihre unzähligen Einzelteile verflucht. Gefühlt verbringt man die meiste Zeit damit, zwischen Packwagen und Geschäft hin- und herzugehen.



Und wie war das beim Shake R4 oder R5?

Auch bezogen auf den Abbau. Hast du Mondial Geschäfte danach genau wie Huss Geschäfte verflucht, ähneln die sich in der Bauweise?

Danke für deine Erfahrungen, finde ich wirklich spannend!
 
Zuletzt bearbeitet:
Huss-Geschäfte für ihre unzähligen Einzelteile verflucht
Ich gkaube,der Mack Musik Express 4-Säuler hat mehr Einzelteile,einen winzigen Mittelbau und ich habe in den 70ern bei Kinzler zugesehen,da waren mindestens 4 Mann und die schleppten und schleppten die Einzelteile heran! Die haben auch vier volle Tage gebraucht,bis alles stand. Diese alten Musik-Expresse stelle ich mir am arbeitsintensivsten vor!
 
Ich gkaube,der Mack Musik Express 4-Säuler hat mehr Einzelteile,einen winzigen Mittelbau und ich habe in den 70ern bei Kinzler zugesehen,da waren mindestens 4 Mann und die schleppten und schleppten die Einzelteile heran! Die haben auch vier volle Tage gebraucht,bis alles stand. Diese alten Musik-Expresse stelle ich mir am arbeitsintensivsten vor!

Definitiv! So in der Art ist eben auch das Kinderkarussell von Mack, nur natürlich deutlich kleiner. Aber dort bekommt man eine Ahnung davon, was ein Musik Express für eine Schinderei sein muss. Ich glaube, da hätte ich auch nie freiwillig ausgeholfen. Autoscooter, Break Dancer waren wesentlich attraktiver als Jugendlicher, kam auch besser bei den Mädls an, bilde ich mir ein :D


Und wie war das beim Shake R4 oder R5?

Auch bezogen auf den Abbau. Hast du Mondial Geschäfte danach genau wie Huss Geschäfte verflucht, ähneln die sich in der Bauweise?

Danke für deine Erfahrungen, finde ich wirklich spannend!

War ein R5. Eigentlich wäre der Shake bequemer gewesen, nur war ich leider nicht der Typ, der einfach nur das Krankgeschirr an den Teilen festgemacht hat und zugeschaut hat, sondern ich musste alle möglichen Teile der Deko und Lichtleisten schleppen und Holz aufsammeln, also eher Handlanger Tätigkeiten. Wär lieber die ganze Zeit auf der Rückwand oder der Platte gestanden und hätte Haken befestigt. Ein wesentlicher Teil des Shakes bestand definitiv in der Montage der umfangreichen Deko (Naja und die gefühlt 100 Kilometer Kabel). Ohne diesen ganzen Kleinscheiß wärs easy going gewesen, aber dann hätte ich auch nichts zu tun gehabt.
 
Als ich 1997 zum ersten Mal einen Mondial Shake sah,dachze ich auch zuerst,der wäre von Huss und die Weiterentwicklung vom Breakdance. Das war in Magdeburg die Sound Machine von Welte,ich bin damals als 35jähriger mitgefahren und torkelte anschließend wie ein besoffener von der Platte herunter. Erst viel später wurde ich dann aufgeklärt,dass es ein anderer Hersteller ist.
Der Musik-Express bringt auch bestimmt seine 40-45 Tonnen auf die Waage und wenn man das sieht die vielen vielen Einzelteile! Allein das Verstauen dieser Teile im Packwagen muss eine Kunst für sich sein! Ich meine,der große Olympia-Looping hat weniger Einzelteile als der Viersäuler Musik Express!
 
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