Ganz einfach erklärt:
Viele schwere Teile Abbau mit 3 Leuten und Kran trägt: kostet unendlich viel Zeit
6 Leute tragen selbst: findest keine Leute
Schweres Geschäft mit viel Transport und Personal lohnt sich bei guter Annahme und entsprechendem Umsatz
Bei vielen Geschäften lohnt sich dieser Aufwand eben nicht
Plus wichtig!
Ersatzteile sehr teuer, lange Lieferzeit, wenn überhaupt verfügbar
So, das war die Kurzversion
Zu den Ersatzteilen und deren Beschaffung fällt mir noch eine persönliche Episode ein, die lange zurückliegt, über die ich aber bisher nicht berichtete. Also nun eine Kurzversion. Bei meinen damaligen Thermen-Besuchen zum wöchentlichen Reha-Kurs im Wasser lernte ich einen Senior in meiner Gruppe kennen, der sich als mittlerweile berenteter Ingenieur vom Elektrokonzern Klöckner-Möller aus Bonn (jetzt amerikanische Firma Eaton mit Großlager in Rheinbach) herausstellte.
Er war an der Entwicklung einer elektrischen Umrichter-Serie namens "TypAct" beteiligt, also sehr, sehr einfach ausgedrückt einem Bauteil, was aus Wechselstrom für eine Maschine "beherrschbaren Gleichstrom" macht. Er hielt mir einen einstündigen Vortrag über die TypActs, die seiner Aussage nach hauptsächlich im Bahnbereich bei der Steuerung großer Züge eingesetzt werden. So ist er dann unter anderem auch viel im Ausland unterwegs gewesen, um auf TypActs basierende Steuerungen einzubauen, zu testen und zu warten. Dann bin ich zart auf das Thema "Fahrgeschäfte" gekommen, weil mir dort diese TypAct-Steuerungen auch aufgefallen sind.
Und jetzt wird es interessant. Dem oben genannten Klöckner-Ingenieur war auch aufgefallen, daß sich damals Hersteller von Kirmes-Fahrgeschäften für die TypAct-Steuerungen interessiert haben und diese orderten. Natürlich, so sagte er, kann und könnte man auch Fahrgeschäftssteuerungen damit realisieren, aber das wäre wie mit "Kanonen auf Spatzen" zu schießen. Schon damals soll es einfachere(!) und deutlich preiswertere(!) Lösungen gegeben haben, aber da der Kunde nunmal König war und ist, wurden die die Kasse füllenden TypAct-Umrichter fröhlich und reichlich verkauft und in den Einsatz (auch) im Kirmesbereich gebracht.
Mittlerweile, so sagte er, unterstützt der Nachfolger von Klöckner-Möller, also die amerikanische Firma Eaton, die deutschen TypActs nicht mehr, sondern will (wahrscheinlich von Anfang an geplant, um den Markt nach und nach zu übernehmen), daß der Bestandskunde auf die amerikanische Technik wechselt und sich der deutschen Technik schnellstens entledigt. Dadurch kommt allerdings als Nebeneffekt der lebhafte Handel mit gebrauchten TypActs und deren Ersatzteilen ordentlich in Fahrt, bei Kunden, die ein älteres und bewährtes System nur mit geringen Mitteln am Laufen halten wollen.
Und damit sind wir beim Speedy und der Quintessenz dieses Beitrags: Meine Meinung durch die diversen Gespräche ist nun der, daß der teuer anmutende Austausch der Technik auf einfache Systeme mit Ersatzteilsicherheit, die z.B. auf Drehstrommotoren und deren Ansteuerung basieren, für den Speedy (und andere Altbauten) unausweichlich sind, um das Fahrgeschäft zukunftstauglich zu machen. Dadurch umgeht man lange Lieferzeiten und dubiose Beschaffungskanäle für Altelektrik, hat zwar eine ordentliche Investition, aber dann auch die Gewissheit, ein Fahrgeschäft zu besitzen, welches unter anderem durch die obligatorische Umrüstung der Elektrik auch im Falle eines Weiterverkaufs noch als bereicherndes Verkaufsargument dient. Das ist doch als Rückversicherung nicht zu verachten. Also: eindeutig PRO Speedy!